Gymnasium Kirn

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Rede des Schulleiters zur Abiturfeier 2004

Liebe Abiturienten und Abiturientinnen!

Morgen ist heute gestern. Liebe Abiturienten, war der erste Schultag nicht gestern - und heute bereits das Abitur? Fragen stellen sich - mir diesjährig auch als Vater.

Haben wir Eltern den heutigen Tag nicht sehnlichst herbei gewünscht? Sehen wir nicht, als sei es gestern, den stolzen Zuckertütenträger strahlend vor der Haustür stehen? Hören wir nicht erneut mit Verwunderung, welches Bild uns die Lehrerin von unserem Sprössling gezeichnet hat, das so gar nicht mit dem Bild übereinstimmen will, das wir uns von ihm zu Hause gemacht haben? Erinnerungen stellen sich ein: Mütze nicht gefunden, Hose zerrissen, Handschuh im Schnee verloren, Busfahrkarte verschlampt, Pausenbrot in der Hektik liegen lassen, weil wieder mal auf den letzten Drücker aus dem Bett, Schuhband verknotet, Reißverschluss verklemmt, Heft zerfleddert, Hausaufgabe nicht verstanden. Bilder von Geburtstagsfeiern mit jeweils anderer Besetzung laufen im Zeitraffer vor uns ab, Namen tauchen wieder auf, die wir vergessen glaubten. Fotos von Urlauben, Weihnachts-, Kommunion- oder Konfirmationsfeiern wollen wieder hervorgekramt werden.

Wechselnde Frisuren und Haarfarben, ebenso wechselnde Freundinnen und Freunde - Wechselwirkungen nicht auszuschließen: all dies meldet sich ebenso zurück wie Techno oder HippHopp, und zwar in gleicher Lautstärke, mit der wir seinerzeit die Beatles und Stones unseren Eltern zumuteten. Dann der Führerschein, der säkularisierte Initiationsritus unserer Wohlstandsgesellschaft - liegt noch nicht lange zurück, unsere Ängste begleiten wohl heute noch jede Disco-Fahrt. Flapsige und ernsthafte Gespräche - letztere oft quälend; sie haben sich unserem Gedächtnis eingeschrieben, denn dem beredt-schweigenden Gegenüber war nur mit nervenaufreibender Geduld mühsam etwas zu entlocken; sie ließen uns Eltern manchmal nachdenklich werden: Haben wir die wichtigen Fragen, die richtigen Weichen gestellt? Waren wir selbst immer authentisch? Wichtiges haben wir auch von unserem Sohn, unserer Tochter gelernt - das darf nicht vergessen werden. Ihr habt uns des öfteren ins Nachdenken gebracht, was uns selber, unsere eigene Biographie, unsere eigenen Entscheidungen anlangt - und das war und ist gut so. Nun dürfen wir, können wir, müssen wir loslassen - wirklich?

Vorsicht! Ich möchte uns hier und heute nicht vor einem nostalgischen, idealisierten oder gar idealistischen Strohfeuer versammeln. Drum werde ich nüchterner - scheinbar.

Was kennzeichnet den typischen Abiturienten 2004? Ich nenne diese Person schlicht Fabian oder Fabia. Gemeint ist ein Schüler, eine Schülerin aus Hennweiler, Kirn, Rhaunen oder Simmertal. Nach dem erfolgreichen Überwinden von 12 bis 14 Schulhindernissen und insgesamt 15000 Unterrichtsstunden - über U-Ausfall und anderes breite ich hier und heute den Mantel des Schweigens - erhält Fabian nachher das Abiturzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 2,4, und zwar unwiderruflich und nicht mehr korrigierbar, denn ein bestandenes Abitur kann nicht wiederholt werden.
Als Abiturprüfungsfächer hat sich Fabia für D/E/Bio sowie Ethik entschieden. Beginnend mit der Obersekunda besuchte sie zudem zweieinhalb Jahre lang den Unterricht im Fach Informatik. Besonders ins Zeug gelegt hat sich Fabian Ende der Unterprima anlässlich der weitgehend in Eigenregie durchgeführten Projekttage. Stolz ist Fabia auf ihren Landessieg beim Projekt „Junior“ - und näht heute noch nächtlings im Traum an alten Jeans herum.
Dem modischen Kleidungsdiktat haben sich Fabian und Fabia übrigens über die Jahre hin beharrlich widersetzt, zuletzt zu besichtigen beim mündlichen Abitur. Fabian ließ keine MSS-Party aus und investierte oft mehr Zeit in die Herstellung und Verteilung von Werbe-Flyers als in die Vorbereitung einer Kursarbeit. Fabia sammelte in der Oberprima im Durchschnitt 28 Fehlstunden - aus guten oder fadenscheinigen Gründen, dabei auf die Milde und Nachsicht ihrer Lehrer, von Fr. Steyer oder den Stammkursleitern setzend, von denen sie immerhin vier in der MSS verschliss. Hartnäckig hat Fabian sein Kirner Platt verteidigt, und sei es im Untergrund oder bei Gruppenarbeiten. Originalzitat Fabia: „Ich war eine Woche in Hochdeutsch. Das war so schön!“ Der Rechtschreibung und Zeichensetzung schenkte Fabian nur mäßige Beachtung. Überregionalen Events wie Nature One zeigte Fabia die kalte Schulter. Mit den Lehrern kam Fabian im Großen und Ganzen gut zurecht - das gilt auch umgekehrt. Wo Kritik angesichts des gesunden Menschenverstands angebracht gewesen wäre, äußerte Fabia dieselbe risikobewusst und wirkungsmächtig - im trauten Kreise der Eingeweihten, versteht sich: auch eine Methode, um über die Runde zu kommen. Den letztjährigen Abiturienten fühlt man sich ohnehin überlegen, immerhin wird man die Abi-Zeitung nicht nur vor den Herbstferien, sondern morgen schon unters Volk bringen. Die 12er und andere Füchse bezichtigte Fabian des unbotmäßigen Zigarettenkonsums auf dem Schulhof und machte sie - wen denn sonst? - für den Augiasstall im MSS-Raum verantwortlich. Fabia echauffierte sich über die renitenten Sextaner - „Da waren wir doch ganz anders!“. Fabian schwor selbstverständlich Bier und anderem konsequent ab, insbesondere bei der Toscana-Fahrt.

Politik hat Fabia, groß geworden im Kohl-Biedermeier und dann im Schröderschen Medienpark, nicht sonderlich interessiert. Überhaupt statteten Fabian und Fabia dem Primat des Privaten vor dem Öffentlichen ihren Dank ab, was nicht zuletzt ein Blick in die Black Board und die Abi-Zeitung belegt, in denen mit Grußadressen an Mitschüler, Freunde und Lehrer nicht gegeizt wurde. Innerschulischen Debatten stellten sich Fabian und Fabia mit Engagement, wenngleich in Form der Delegation an Dina und Marc - Dank dafür an beide! Fabia wollte in Ruhe gelassen werden und Spaß haben, ohne auf der Strecke zu bleiben. Fabian wollte cool sein oder zumindest erscheinen und den Erwachsen-Verwachsenen die Stirn bieten - aber nicht allzu heftig.

Und was ist Fabians nächstes Ziel? Im Trend der Zeit liegend möchte er irgendetwas mit Computern machen oder sich für eine Entscheidung doch noch etwas Zeit lassen, schließlich stehen Zivildienst oder Bundeswehr zunächst an. Fabia möchte die Fronten wechseln, den Lehrerberuf ergreifen oder ein BA-Studium beginnen, da weiß man/frau, was man hat.

Lieber Fabian, liebe Fabia, ich knüpfe nun bewusst an den Schluss meiner letztjährigen Abiturrede an, in der ich mich Thomas Brussigs Roman „Helden wie wir“ bediente:
Der Autor lässt seinen Ich-Erzähler berichten, wie sein Schwimmlehrer in der zweiten und dritten Klasse die Schüler sortierte, nämlich „in Nichtschwimmer, Flachschwimmer, Halbschwimmer und Schwimmer“, was er „überhaupt nicht witzig“ fand. Der Ich-Erzähler schreibt dann weiter, „ ... wie es einem Flachschwimmer beim Untergang der Titanic ergeht: Der planscht eine hoffnungslose halbe Minute im Atlantischen Ozean, bevor er ruhmlos absäuft.

Die Nichtschwimmer gehen die Sache anders an: Die wissen, was sie erwartet, und deshalb setzen sie sich mit Smoking in den Salon, plündern die Bar, paffen Zigarre, geben noch mal ein dickes Trinkgeld und gehen mit einem entspannten Lächeln unter. Das hat Format! Die Halbschwimmer halten sich im Wasser, bis Rettung naht, und die Schwimmer, die können gar nicht untergehen, die sind unsinkbar, die schwimmen, bis sie Land erreichen.“ (1999: 40f.) Nun, liebe Abiturienten, Ihr habt mit dem Erreichen des Abiturs zumindest die Entwicklungsstufen Nicht-, Flach- und Halbschwimmer hinter Euch gelassen, formal attestiert Euch das Zeugnis der Reife gar die Könnerschaft des Schwimmers.

Sicherlich werden nicht alle mit ihren Ergebnissen zufrieden sein. Manche werden mit Fortuna hadern, unglückliche Umstände verantwortlich machen oder über vermeintlich ungerechte Beurteilungen schimpfen. An all diejenigen appelliere ich, sich zu überlegen, was sie zukünftig besser machen können. Erfolg steht nur im Wörterbuch vor Fleiß und Leistung, Erfolg hat auf Dauer nur derjenige, der einmal mehr aufsteht, als er hinfällt.

Um nicht missverstanden zu werden: Noten sind keine Persönlichkeits- oder Charakterbeurteilungen, sondern sie sollen Bewertungen feststellbarer Schulleistungen in einem sozialen Bezugsrahmen sein - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nackte Ziffern ohne Kontextkenntnisse sagen zudem wenig aus. Wen bezeichnet etwa die Note „befriedigend“? Einen begabten Faulpelz, einen fleißigen Durchschnittskopf oder einen klugen Denker, der schlampig gearbeitet hat? Namen von Mitschülern laufen jetzt bestimmt vor eurem inneren Auge ab. Trotz aller relativierender Einwände, auch der Kritiker, die nörgeln, die studienvorbereitende Funktion des Gymnasiums sei verloren gegangen: Die Schulforschung kommt zu einem verblüffenden Befund: Die durchschnittliche Abiturnote ist ein äußerst prognosefähiger Indikator hinsichtlich des Studienerfolgs: „Je besser die mittlere Abiturnote, desto höher die Leistungen in Universitätsprüfungen.“(2002) Insofern ist das Abiturzeugnis, das wir euch nachher austeilen werden, sehr wohl auch ein Ungleichheitsdokument. Der Blick auf die Vielzahl der NC-Fächer und Erfahrungen mit Bewerbungen im beruflichen Sektor haben euch das ja wohl deutlich werden lassen.
Ein Ungleichheitsdokument ist das Abiturzeugnis allerdings auch im Blick auf diejenigen eines Jahrgangs, die es nicht erworben haben.

Auch deshalb bin ich überzeugt davon, dass die Zeit überfällig ist, Leistung und Leistungsträger hervorzuheben. In den vergangenen 30 Jahren war es ja salonfähig, Leistung, auch schulische zu diskreditieren. In einer aktuellen pädagogischen Veröffentlichung lese ich z.B.: Die Tatsache, dass in Deutschland jährlich ungefähr 500 Millionen Male das Notenbuch gezückt werde, sei eine „Verabsolutierung des Leistungsprinzips“. Und in einem ebenfalls aktuellen Interview versteigt sich ein Schulkritiker zu der Behauptung, wir züchteten „ab der Klasse 5 schon konkurrenzbesessene Leistungsmonster“.
Begründet wurde und wird diese Leistungsaversion gerne mit dem typisch deutschen Grundsatz der Kind- und Altersgemäßheit.
Ich erlaube mir hier einen kleinen Exkurs in die Mentalitätsgeschichte der Deutschen, wie sie sich in literarischen Zeugnissen niedergeschlagen hat. Das literarische Leitbild, was denn ein Kind sei, schuf Goethe im „Wilhelm Meister“ mit der Mignon-Figur: das Mädchen mit der Knabenfigur, das überirdische Geschöpf unbekannter Herkunft, das singt, Gedichte erfindet und den Erzähler besonders in seinem Engelskostüm beeindruckt. Es muss sterben, denn so viel Reinheit und Unschuld kann nicht erwachsen werden. Das edle Kind, das stirbt, es gehört künftighin zu den Topoi deutschsprachiger Literatur. Gerhard Hauptmann bringt diese Figur mit „Hanneles Himmelfahrt“ sogar auf die Bühne. Thomas Mann lässt seinen sensiblen und musiksüchtigen Hanno Buddenbrook an den Zwängen der Schule zugrunde gehen. Der Autor selber bezeichnet die „Reifeprüfung“ als eine „tagelange Schraubmarter, in der junge Leute, unter Anwendung schlafvertreibender Mittel, sich als wandelnde Enzyklopädien erweisen müssen“.

Natürlich ist das Bild des Kindes in der Literatur differenzierter, gehören dazu auch die bösen Buben Max und Moritz und der Struwwelpeter oder Grass trommelwütiger Oskar. Aber die Linie bleibt, in der das Kind für deutsche Autoren und Leser unschuldig, genial begabt, ein „göttliches Wesen“, so Hölderlin, ist, das möglichst lange geschützt werden muss vor der schmutzigen Welt der Erwachsenen, wozu auch die Schule gehöre.

Übrigens habe ich mir sagen lassen, dass die französische Literatur gegensätzliche nationale Akzente gesetzt hat: das Kind als amoralisches Tier, das durch Dressur auf die Ebene der Erwachsenen emporgehoben werden müsse. Als Beispiel wurde mir die Geschichte eines Jungen erzählt, der, so ein viel gelesenes französisches Kinderbuch des 19. Jahrhunderts, ins Bett pinkelt und zur Strafe seinen Urin als Süppchen vorgesetzt bekommt. Vorschulerziehung, Ganztagsschule und frontaler Belehrungsunterricht liegen in der Konsequenz ebenso auf der Hand wie die Abwehr jedweder reformpädagogischer Ambitionen; letztere hingegen wuchern bei uns, wie die Anfangs-Neunziger Jahre mit der damals bildungspolitisch propagierten Spiel- und Spaßschule zeigten, mentalitätsgeschichtlich auf einem fruchtbaren Boden.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Mentalitätsindikator nennen: Warum heißen heutige Kinder nicht mehr Brigitte, Helmut oder Friedrich, sondern Lena, Lisa oder Lukas? Gefragt sind offensichtlich Namen mit vielen Vokalen und weichem Klang, die auf der Zunge zergehen. Sie klingen alle süß und lieblich - das akustische Äquivalent zu einem niedlichen Kindergesicht. Es scheint, dass heutige Eltern (unbewusst ?) vor allem die gegenwärtigen Kinder mit ihren süßen, winzigen Gesichtern benennen und in die eigene gegenwartsbezogene Glücksbiographie einfügen - und nicht die zukünftigen Erwachsenen; beachtet wird nicht, dass dieses Kind bald ein aufsässig-ruppiger Sechzehnjähriger sein wird, dessen Irokesenschnitt so gar nicht zu Lukas passen will. Entsprechend sagen werdende Eltern oft, sie müssten ihr Kind erst sehen, bevor sie sich für einen Namen entscheiden, der zu ihm passe. Da kann man sich leicht denken, was dabei herauskommt. Hartmut und Dorothea jedenfalls kaum.
Nun, was soll dieser mentalitätsgeschichtliche Exkurs, werdet ihr vielleicht denken. Ich denke, dass sich darin der Infantilisierungsgestus unserer Gesellschaft offenbart. Eine Gesellschaft, die dem Jugendkult frönt und der Freizeit und Spaß über alles zu gehen scheinen. Dann wundert es nicht, dass viele Jugendliche sich müde, weil gelangweilt aufs „Jugendteil“ zurückziehen. Wenn ich zudem höre, dass immer mehr Eltern im Land mit der Erziehung ihrer Kinder - waren das nicht die „süßen Kleinen“? - überfordert fühlen, dass staatliche Hilfeleistung immer häufiger in Anspruch genommen werden müsse - erinnern wir uns auch an die Forderung nach schulischem Benimm-Unterricht -, so schließt sich der Kreis, wird die Leistungsaversion gegenüber Schulen ein Stück weit erklärbar.

Ohne elterliche Erziehungsleistung kann aber eine schulische Leistungsoffensive, die dringend nötig ist, kaum gelingen. Ein Beispiel: Eltern sollten schon dafür sorgen, dass ihr Kind für Hausarbeiten und für das Lernen Gewohnheiten entwickelt und dass die Schule Vorrang vor Freizeit- und Jobinteressen hat.(Stichwort: Anträge auf Beurlaubung vor und nach Ferien) So einfach ist das.
Kinder und Jugendliche wollen etwas leisten! Kind- und Altersgemäßheit kann nicht der alleinige Maßstab für das Planen und Handeln in Bildungseinrichtungen sein. Denn: Wer Kinder nur als Kinder behandelt und dabei das Ziel seiner Erziehungs- und Bildungsanstrengungen aus dem Auge verliert, der ver- und entlässt die Kinder in eine zeitlosen Gegenwart, und damit stiehlt er ihnen ihre Zukunft.

In fast dreißig Jahren Lehrertätigkeit und in vielen Unterrichtsbesuchen als Fach- und Schulleiter habe ich jedenfalls die Erfahrung immer wieder machen können, ja dürfen, dass Schüler in einem klar strukturierten, anspruchsvollen Lehr-/Lernprozess zur Anstrengung und Leistung bereit sind, wenn sie den Lehrer als menschlich, fair und gerecht wahrnehmen, wenn sie sinnstiftende Bezüge erkennen - und wenn sie Erfolge erfahren.
Letzteres hat sehr viel damit zu tun, dass Kinder und Jugendliche die Schule bzw. Schulform besuchen, die ihrem Leistungsvermögen entspricht.

Doch von dem Schulleiter eines Gymnasiums erwartet man in einer Abiturrede ja nicht, dass er seine politischen Anschauungen zu Markte trägt, wohl aber, dass er den Abiturienten eine eiserne Ration vom Prinzip Hoffnung mit auf den Weg gibt. Deshalb und nun komme ich zum Schluss und zurück zum Anfang meiner Rede. Ich hoffe, Fabia und Fabian werden sich als gute Schwimmer in oft unwegsamen und unwirtlichen Flussläufen behaupten und bewähren, und zwar couragiert und zielstrebig.

An Ihnen, liebe Abiturienten und Abiturientinnen - ich wechsle jetzt bewusst die Anredeform - wird es liegen, ohne kindliche Leitbilder auszukommen, ohne noch so säkularisierte Heiligenbilder. Ich hoffe sehr, dass Sie nicht in infantile Reservate zurückschwimmen wollen. Ich hoffe aber auch, dass Sie die lustigen Sandkastenspiele Ihrer Kindheit nicht vergessen werden. Dressieren Sie nicht Ihre doch zumindest gelegentlich wild streunende Phantasie zu einem Hündchen, das allenfalls brauchbare Einfälle apportiert.

Deshalb als Schlussgedanke ein ironisches Apercu Horvaths: „Eigentlich bin ich ganz anders, nur komm ich so selten dazu.“

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!