Gymnasium Kirn

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Das Projekt "Comenius" - 2000

Europäisches Bildungsprojekt am Gymnasium Kirn
"Schülerzeitung im Internet:
Europäischer Dialog zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus"

Auf dem Weg zu einem vereinten Europa ist es wichtig, Meinungen anderer kennen zu lernen und zu verstehen. Dies ermöglicht das Gymnasium Kirn seinen Schülerinnen und Schülern durch die bestehenden Austauschprogramme mit den Partnerschulen in Ancerville / Frankreich, Olkusz / Polen und Corfu / Griechenland. Die Jugendlichen lernen in der persönlichen Begegnung mit zunächst "fremden" Partnern ein großes Maß an Toleranz für die Lebensgewohnheiten sowie die kulturellen und geschichtlichen Gegebenheiten in anderen Ländern.
Unter der Überschrift "Reisen öffnet das Verständnis" schreibt Hektoras Priftis, ein Schüler unserer Partnerschule aus Corfu: "Die Begegnung mit unseren deutschen Freunden hat uns allen sehr gut getan und Vorurteile abgebaut. Wir haben das Leben eines anderen Volkes kennen gelernt und akzeptiert. Die Scheuklappen wurden entfernt, durch die wir manchmal ein anderes Volk sehen, und die Beziehungen wurden verbessert." Hektoras schließt mit dem Wunsch: "Solche Reisen müssen gefördert werden, weil sie uns näher bringen, die Angst vor dem Fremden abbauen und uns offener und toleranter machen."
Dieser Eindruck steht stellvertretend für die Erfahrungen vieler während der europäischen Begegnungen mit den Partnerschulen.

Die Grundlagen der Erziehungsarbeit von Schule und Unterricht zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus werden deutlich in einem Zitat aus einem Buch, das letztes Jahr in Frankreich unter dem Titel: "Papa, was ist ein Fremder?" (Le racisme expliqué à ma fille) erschienen ist: Der Autor, Tahar Ben Jelloun, erklärt seiner Tochter darin z.B. die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit so: "Unser Misstrauen gegenüber Fremden ist so alt wie die Menschheit selbst. Dieses Misstrauen gibt es auf der ganzen Welt. Es betrifft alle... Nur weil du einem Fremden misstraust, bist du aber noch kein Rassist. Dein anfängliches Misstrauen ist ganz natürlich, es ist ein Schutzinstinkt, denn du weißt ja noch nichts über die Absichten des anderen... Da bist du besser vorsichtig. Aber dieses Misstrauen wird sich meist in Vertrauen verwandeln, wenn du den anderen kennen lernst. Zum Rassisten wirst du erst, wenn du glaubst, dass der Fremde weniger wert ist als du und deshalb weniger gut behandelt werden sollte." Und an anderer Stelle fährt Jelloun fort: " Der Rassismus ist ein Teil der Geschichte der Menschheit. Er ist wie eine Krankheit. Wir sollten uns darüber im Klaren sein und uns davor hüten, uns anstecken zu lassen... Gegen den Rassismus und gegen Ausländerfeindlichkeit kämpfen bedeutet, miteinander leben lernen."

Ganz im Sinne von Jelloun bietet unser COMENIUS-Projekt vielfältige Möglichkeiten, natürliche Angst und Misstrauen zu verlieren und auf diese Weise kleine Schritte zum Zurückdrängen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu gehen: Neben den persönlichen Begegnungen von Lehrern und Schülern bietet das Internet weitere Möglichkeiten, miteinander über Grenzen hinweg zu kommunizieren, unterschiedliche Meinungen und Auffassungen kennen zu lernen, zu reflektieren und so den Weg anzubahnen für konstruktive Lösungen anstehender sozialer und politischer Probleme.
Die Internetzeitung "Sternstunden gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" ("Highlights against racism and xenophobia") fasst die unterschiedlichsten Arbeitsfelder und Ergebnisse der unterrichtlichen Beschäftigung mit dem Themenbereich aus allen vier COMENIUS-Schulen zusammen. Sie ist bisher in zwei Ausgaben erschienen und bietet den Leserinnen und Lesern Möglichkeit und Anlass zu Diskurs und Auseinandersetzung.

Beides, persönliche und virtuelle Begegnung von Jugendlichen, ja Menschen jeden Alters, ist Voraussetzung, dass Frieden und Demokratie in Europa und weltweit gesichert werden, ein Frieden, der auf Chancengleichheit und der Einhaltung der Menschenrechte, auf dem Schutz der Schwachen und Benachteiligten in mitmenschlicher Solidarität beruht.

Zur Internetzeitung "Sternstunden gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus":