Gymnasium Kirn

Sie sind hier: Startseite » Projekte » Unterrichtsprojekte » Kirn erinnert sich » Gefangenschaft

Gefangenschaft

“In Bretzenheim, einem Nachbarort, wurde ein Gefangenenlager eingerichtet. Es war ein großes Feld, das mit Stacheldraht eingezäunt wurde. Außerdem baute man Wachtürme um die Flucht von Häftlingen zu verhindern. Die Gefangenen wurden meist von farbigen Soldaten bewacht. Viele Leute aus der Bevölkerung brachten den Gefangenen Essen, welches von den Soldaten verbotenerweise an diese weitergereicht wurde. Auch Briefe der Häftlinge an Freunde und Verwandte wurden von den Soldaten aus dem Lager geschmuggelt. Es kam öfters vor das einige Gefangene nachts ausgebrochen sind.Ich erinnere mich, dass zwei dieser 'Ausreißer' auf unserem Hof Schutz gesucht haben. Es klopfte nachts am Fensterladen, mein Vater öffnete die Tür und gab den Schutzsuchenden Brot. Sie konnten in der Scheune übernachten. Am nächsten Morgen kamen Soldaten auf das Gut und wir mussten uns im Hof aufstellen und wurden alle befragt, ob wir die Häftlinge gesehen hätte. Ich hatte große Angst, aber nach kurzer Zeite gingen die Soldaten wieder.
Am Ende des zweiten Weltkrieges wurden alle Gefangenen aus dem Lager entlassen. Heute steht auf diesem Feld ein Mahnmal, das an das Lager und die vielen Gefangenen , die dort leiden mussten, erinnern soll. “

 

Als der zweite Weltkrieg anfing, war ich 8 Jahre alt und wohnte in Winzenheim bei Bad Kreuznach. Meiner Familie gehörte dort ein Weingut. Während des Krieges waren Kriegsgefangene angestellt, 2 Polen, 2 Franzosen und ein Russe. Sie haben in einem Nebenbau gewohnt und uns bei allen Arbeiten, die angefallen sind, geholfen. Der Mann aus Russland war Schneider und nähte uns manchmal Kleidungsstücke aus alten Uniformen. Die Kriegsgefangenen durften sich nicht mit Mädchen treffen. Wenn herauskam, dass sie dies heimlich taten, wurden sie nach Heddesheim gebracht und dort erschossen.”

 

In den letzten Monaten des Krieges kam mein Bruder in Heimaturlaub. Begleitet wurde er von einem unserer Nachbarn der ebenfalls in Russland Soldat war. Am Urlaubsende verabschiedete er sich von seinen Brüdern und mir als wenn er wieder nach Russland fahren würde. Tatsächlich versteckte er sich aber nebenan in einem kleinen Schuppen der mit Stroh gefüllt war. Lediglich unsere Eltern wussten darüber Bescheid. Nachts oder in der Morgendämmerung brachten sie ihm Essen und Trinken in den Schuppen. Sie begaben sich alle in große Gefahr, weil in unserem Ort die SS stationiert war. Kurz bevor die Amerikaner in unser Dorf einmarschierten stieg er und unser Nachbar aus dem Schuppen und versteckten sich auf dem Speicher. Als plötzlich eine Granate in das Dachgeschoss einschlug wurde er um ein Haar getroffen. Darauf floh zu uns in den Keller. Plötzlich hörten wir Geräusche und eine fremde Sprache. Die Amerikaner traten gegen die Kellertür und riefen 'Sind hier Soldaten?' Wir gaben zur Antwort: 'Hier sind keine Soldaten!' Sie schauten noch kurz zu uns rein und dann verschwanden sie. Einige Soldaten die sich in unserem Dorf aufhielten gerieten in amerikanische Gefangenschaft.

 

Das dümmste waren aber die Panzersperren, die wir bauen mussten, um die Amis vom Einrücken abzuhalten. Da mussten alle mithelfen, Frauen, Kinder. Da haben wir drei Baumstämme aufeinandergestapelt und an beiden Seiten einen aufrecht aufgestellt. Das ganze haben wir am Ortsanfang und –ende gemacht. Aber natürlich hätten die Panzer auch woanders in den Ort hineinfahren können. Als die Amerikaner dann bei uns im Ort waren, haben sie die Bewohner der schönen großen Häuser rausgeschmissen und sind dann selbst dort eingezogen. Die Eigentümer mussten dann bei uns oder sonst wo schlafen und durften nur noch zurückkommen, um ihre Tiere zu füttern. Da war unser Haus voll. Doch der Tag an dem die Amis mit ihren Panzern in unser Dorf einfuhren, war für uns ein richtiger Festtag. Da war der Krieg zu Ende.“

 

„Mein Mann war ein ganz Schlimmer. Er gehörte heute noch bestraft. Der war bei der SS, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit dem Gewehr dagestanden hat und Juden erschossen hat. Er war ja auch nicht bei der Waffen-SS. Er war nicht in Russland, sondern in Frankreich und wurde ziemlich bald von den Amis gefangengenommen. Da hätte er doch können mal etwas schneller laufen. Aber er hat gesagt, in den USA hätten sie es gut gehabt. Später kam er nach England, da ging es ihnen nicht so gut. Er hat sich nicht freiwillig gemeldet, er musste mit 17 schon zum Dienst.

 

In den letzten Monaten des Krieges kam mein Bruder in Heimaturlaub. Begleitet wurde er von einem unserer Nachbarn der ebenfalls in Russland Soldat war. Am Urlaubsende verabschiedete er sich von seinen Brüdern und mir als wenn er wieder nach Russland fahren würde. Tatsächlich versteckte er sich aber nebenan in einem kleinen Schuppen der mit Stroh gefüllt war. Lediglich unsere Eltern wussten darüber Bescheid. Nachts oder in der Morgendämmerung brachten sie ihm Essen und Trinken in den Schuppen. Sie begaben sich alle in große Gefahr, weil in unserem Ort die SS stationiert war. Kurz bevor die Amerikaner in unser Dorf einmarschierten stieg er und unser Nachbar aus dem Schuppen und versteckten sich auf dem Speicher. Als plötzlich eine Granate in das Dachgeschoss einschlug wurde er um ein Haar getroffen. Darauf floh zu uns in den Keller. Plötzlich hörten wir Geräusche und eine fremde Sprache. Die Amerikaner traten gegen die Kellertür und riefen „Sind hier Soldaten?“ Wir gaben zur Antwort: „Hier sind keine Soldaten!“ Sie schauten noch kurz zu uns rein und dann verschwanden sie. Einige Soldaten die sich in unserem Dorf aufhielten gerieten in amerikanische Gefangenschaft.

 

Die geistig Behinderten wurden von der Polizei abgeholt und sterilisiert. Ich war 16 oder 17 Jahre alt . Man versuchte so zu verhindern, die Rasse zu erhalten. Die Leute versteckten sich um nicht abgeholt zu werden. Eine geistig Behinderte war schwanger und versteckte sich wochenlang im Backofen. Sie bekam das Kind, doch es kam tot auf die Welt. Es stellte sich später heraus das der Vater des Kindes ein reicher Junge aus dem Nachbarort war. Er drohte ihr: 'Wenn du mich verrätst, schlag ich dich kaputt!' Meine Schwester war ebenfalls geistig behindert und war zweimal in Andernach. Beim ersten mal wurde sie sterilisiert, aber sofort wieder entlassen. Beim zweiten Mal war sie über ein halbes Jahr zur Behandlung weg. Als mein Vater sie besuchen kam, empfing ihn eine Ärztin. Die 'Patienten' durften nur aus Holztellern und mit Holzbesteck essen. Meine Schwester war nirgends zu sehen. Nach Hunderten von Leuten die in den Saal kamen, kam sie als letzte herein. 'Vater ich will heim!' sagte sie. Der Anblick war schrecklich. Ihre Hände waren vom Arbeiten wund und verbrannt. So wie sie da stand hat er sie einfach mitgenommen. Das Bettzeug und sonstige Sachen die wir der Klinik stellen mussten ließ er da. Sie erzählte uns, dass sie jeden morgen um halb 5 aufstehen mussten. Sie hätten Schweine gehabt und mussten auf den Feldern arbeiten für ihr Geld. Doch wir mussten jeden Monat Geld bezahlen. Die Gemeinde und die Kirche zahlten nichts dazu. Wir mussten Hypothek auf unsere Felder aufnehmen. Nach Jahren bekamen wir plötzlich eine Rechnung: 'Für die verstorbene....!' ich schätze, dass die Klinik meine Schwester nicht mehr gefunden hatte und sie deshalb als verstorben galt.