Gymnasium Kirn

Sie sind hier: Startseite » Projekte » "Junior" » Projekt tagaloob

"Junior"-Unternehmen "Tagaloob"

Die Schülerfirma „Tagaloob“ wurde im Rahmen des Projekts „Junior“ gegründet, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln durchgeführt wird. Hierbei gründen Schüler selbstständig eine Firma und leiten diese für ein Jahr.

Die Entscheidung, an diesem spannenden Projekt teilzunehmen, stand schon sehr früh zu Beginn des Schuljahres fest, Mit Hilfe von Herrn Heß, der uns erstmals mit diesem Projekt vertraut machte, begann der Schritt der Unternehmensgründung. Insgesamt waren 12 Schülerinnen und Schüler beteiligt, die in den verschiedenen Abteilungen gearbeitet haben. Die Kernabteilungen waren die Marketing-, Verwaltungs-, Produktions- sowie die Finanzabteilung. Alle diese Bereiche hatten nochmals verschiedene Unterabteilungen, wodurch fast jede Position, die es auch in einem „realen“ Unternehmen gibt, besetzt wurde. Ebenfalls war ein Vorstand, der aus den Leitern der Abteilungen bestand. Dieser umfasste Elisabeth Noll, Helen Kleff, Roman Frings, Christian Ensminger und Lukas Kloos. Der Vorstandsvorsitz wurde von Lukas Kloos ausgeübt.

Nach der problemlosen Einteilung der Abteilungen wurde intensiv nach einem Produkt und nach einem Firmennamen gesucht. Nach mehreren Vorschlägen entschied man sich fpr den Namen „Tagaloob“, der aus dem Philippinischen kommt und übersetzt „Eingeweihter“ bedeutet. Ebenfalls einigten wir uns nach langen Debatten auf die Idee eines Rabattblockes für die Kirner Innenstadt. Dieser sollte dazu beitragen dass wider mehr Menschen in Kirn einkaufen gehen und Kirn allgemein an Popularität gewinnt. Der Name des Produktes, „Kirn Card“ und der Slogan „einfach, clever, gut“, waren daraufhin nur noch Formsache und passten perfekt zu unserer Idee. Auch ergänzten such der Name „Tagaloob“ und das Produkt. Schließlich sollten unsere Kunden durch den Rabattblock einen Vorteil gegenüber den Nichtkäufern erhalten und diese ebenfalls dazu anregen die „Kirn Card“ zu kaufen. Mit dieser Idee gründeten wir Tagaloob offiziell am 26. November 2012. Die Idee des Rabattblockes wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft akzeptiert und wir erhielten 90 Anteilscheine, die für je 10 Euro verkauft wurden. Letztendlich entschieden wir uns auch für diese Idee, weil hier eine große Zielgruppe angesprochen werden konnte, das Produkt nicht sehr teuer war und wir es noch ausweiten und spezialisieren konnten.

Am Elternsprechtag am 1. Dezember 2012 präsentierten wir erstmals die Idee der „Kirn Card“ und stellten unser Unternehmen den Lehrern, Schülern und Eltern vor. Eine positive Resonanz war deutlich spürbar und wir konnten bereits über 50 Vorbestellungen entgegennehmen. Weitere Vorbestellungen sammelten wir auf den Weihnachtsmärkten der Region. Dies bestätigte uns in der Ansicht, dass wir ein großes Kundenspektrum haben und Interesse an unserem Produkt besteht. Bis Jahresende verkauften wir alle 90 Anteilscheine, wobei unter anderen auch der Schauspieler Stefan Bockelmann einen Anteilschein kaufte und uns unterstütze. Die von uns angelegte Facebook-Seite erreichte nach wenigen Tagen schon über 1.000 Interessenten und wurde stets populärer.

Nun begann der stressige und schwierige Teil des Arbeitsprozesses. Werbeträger und Partnergeschäfte mussten gefunden werden, die uns unterstützen. Erstaunlich schnell fanden sich Firmen, denen unser Konzept gefiel so dass wir auf insgesamt 39 Partnergeschäfte und 15 Werbeträger aus der Region kamen. Mit all diesen Geschäften wurde ein schriftlicher Vertrag ausgearbeitet, um Vertrauen zu schaffen und Missverständnisse zu vermeiden. Mit der steigenden Zahl der teilnehmen Unternehmen mussten wir nun auch mit der Gestaltung der „Kirn Card“ beginnen. Wir begannen zunächst mit schemenhaften Zeichnungen, die immer konkreter wurden, bis ein erkennbares Design und eine Struktur entstanden. Diese Muster wurde verwendet, um es in der Öffentlichkeit zu präsentieren, potentielle Kunden zu überzeugen und neue Unternehmen für die Teilnahme zu gewinnen.

Nach der äußerst erfolgreichen Akquisition der Partnergeschäfte setzte sich Roman Frings hartnäckig mit der weiteren Gestaltung der Heftseiten auseinander. Michael Müller von Sepcialprint unterstütze ihn hierbei immer wieder und half uns bei schwierigen Problemen wie der Konvertierung des gesamten Blockes für die Druckerei. Der Druck der „Kirn Card“ wurde von Prinz-Druck bearbeitet und wir hielten unser fertiges Produkt erstmals Mitte Februar in eigenen Händen. Schnell wurden die Vorbestellungen an die Kunden verteilt und neue Verkäufe geplant. Auch ging unsere Firmenwebsite online, wodurch wir ebenfalls mit der Facebook-Seite einen Absatzmarkt schufen. Durch den Einsatz von Flyer, Aufklebern, Postern, Werbebannern und Visitenkarten verbesserten wir unsere Verkäufe stetig. Durch die wachsende Popularität wurden wir für ein Radio- und ein Fernsehinterview angefragt. Beides absolvierten wir mit großer Freude. Trotzdem ging die Zeit weiter und wir fanden kaum Zeit uns auszuruhen. Neben all den Verkäufen wurden Verträge mit den Filialen der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück und der Birkenfelder Landesbank abgeschlossen, wodurch diese ebenfalls die „Kirn Card“ in ihren Filialen anboten. Auch unterstütze Tagaloob die Soonwaldstiftung, die sich für krebskranke Kinder einsetzt, mit 0,50 Euro pro verkauftem Heft. Des Weiteren musste die Bewerbung für den Landeswettbewerb in Mainz angefertigt werden, um sich für diesen zu qualifizieren. Dies wurde vom Vorstand erledigt, woraufhin wir uns für den Junior Landeswettbewerb qualifizieren konnten.Dieser fand am 15. Mai 2013 in der Investitions- und Strukturbank in Mainz statt. Wir fuhren am frühen Morgen mit hohen Erwartungen nach Mainz, jedoch wurden wir leider nicht mit einem Platz auf dem Treppchen belohnt.

Als Bewertungskriterien galten der Geschäftsbericht aus dem ersten Halbjahr, der Unternehmensstand, das Juryinterview, die Bühnenpräsentation und das jeweilige Produkt der Schülerfirmen. Trotz unseres höchst professionellen Auftretens und Lob von allen Seiten konnte die Jury nicht überzeugt werden. Auch der kreative Messestand und das aufwändige Bühnenschauspiel reichten anscheinend nicht aus. So mussten wir äußerst geknickt die Heimreise antreten und konnten uns nicht für den Bundeswettbewerb qualifizieren. Allerdings sprachen uns unser Schulpate Herr Heß, Herr Pritzkat und andere Unterstützer Lob zu, wodurch wir sehr getröstet wurden.

Der Landeswettbewerb war nun vorbei, das Schuljahr neigte sich dem Ende entgegen, die letzten Verkäufe wurden durchgeführt und der Prozess der Auflösung begann. Jede gegründete Schülerfirma muss sich nach einem Jahr wieder auflösen. Somit organisierten wir für alle Anteilseigner eine Auflösungsversammlung und beendeten mit diesem Abend formell die Geschäftstätigkeit. An diesem Abend wurde auch den Anteilseignern die Dividende ausgezahlt und nochmals das vergangene Jahr präsentiert und analysiert.

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Zeit mit Tagaloob sehr erlebnisreich war und man sehr viele neue Erfahrungen gesammelt hat. Sicherlich gehörten auch negative Erfahrungen wie der Landeswettbewerb in Mainz dazu, jedoch wurden diese bei Weitem von den positiven Erfahrungen übertroffen. Der Höhepunkt unseres Geschäftsjahres war der Fernsehauftritt bei SAT.1, da dieser überraschend kam. Weiterhin waren die Verkaufszahlen von über 600 „Kirn Cards“ sehr erfreulich, wodurch wir 300 Euro an die Soonwaldstiftung spenden konnten.

Trotzdem zeigte uns das vergangene Jahr auch, wie schwierig es ist, ein eigenes Unternehmen zu gründen und wie viel Arbeit zu investieren ist, um erfolgreich zu sein. Man muss hierbei berücksichtigen, dass alles neben der Schule lief und wir oft Freizeit, Hobbys und Wochenenden opfern mussten. Man war immer gezwungen abzuwägen, ob einem die schulischen Leistungen oder das Unternehmen wichtiger waren. Doch letztendlich lernten wir unheimlich viel, auch wenn man es nicht gleich merkte. Durch die Teilnahme am Projekt „Junior“ verbesserten sich unser Zeitmanagement sowie die Teamarbeit und das persönliche Selbstbewusstsein stieg. Man hat Wirtschaft selbst erlebt und war ein Jahr verantwortlich für ein eigenes Unternehmen, d.h. man musste sich auch gegebenenfalls für Fehler rechtfertigen.

Mit diesem Bericht wollte ich nochmals unser Jahr als Schülerfirma Revue passieren lassen und einen kleinen Einblick darin geben. Ich würde jederzeit nochmals an „Junior“ teilnehmen und empfehle eine Teilnahme auch allen anderen Schülern, weil so etwas unheimlich interessant und lehrreich sein kann. Auch erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat, das bei einer Bewerbung von Vorteil sein kann. Der Spaßfaktor kommt ebenfalls nicht zu kurz und es macht unheimlich stolz ein eigenes Produkt in Händen zu halten.


Danke an alle, die uns unterstützt haben!


Lukas Kloos, MSS 12