Gymnasium Kirn

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Nous aimons Fontaine!

 „Wann machen wir denn endlich mal einen Schüleraustausch?“ Diese Frage wurde – berechtigterweise – häufiger gestellt, regte zum Nachdenken an und begann allmählich auch zu gären. Und dann kam sie, die Idee: Warum eigentlich nicht mit Fontaine-lès-Dijon? Der langjährigen Partnergemeinde von Kirn? Und so begann sie, unsere Geschichte…

Mitte Februar 2016 – kurz vor der Ankunft der Franzosen. Die Vorfreude wächst, die Aufregung steigt: Wie werden sie wohl sein, die Franzosen, die Deutschen, die sich auf das Abenteuer Schüleraustausch eingelassen haben? Werden unsere Sprachkenntnisse ausreichen, um uns zu verständigen? Werden wir gut miteinander harmonieren?

Nach Wochen der Planung und Vorbereitung erwarteten wir unsere französischen Gäste am 21.02.2016 um 15:00 Uhr auf dem Kiesel-Parkplatz. Als diese dann pünktlich wie verabredet mit ihrer Lehrerin, Mme Fayolle, eintrafen, ging alles ganz schnell und eine tolle Woche nahm ihren Lauf.

Während des würdigen Empfangs im Rathaus durch den Kirner Bürgermeister, Herrn Kilian, erfuhren die Schüler und Lehrerinnen Wissenswertes über die seit 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Fontaine-lès-Dijon.

Historisch-kulturelles Wissen erwarben die Schüler auch während einer interaktiven Stadtrallye mit den MSS-Schülern Elena Dressel, Gloria Gerhard und Julian Göpel durch Bad Kreuznach. Hierbei entstanden nicht nur Selfies mit den Gründervätern der deutsch-französischen Freundschaft, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, sondern echter deutsch-französischer Teamgeist konnte entwickelt und gelebt werden.

Den Schulalltag nahmen die Franzosen als ziemlich entspannt wahr – kein Nachmittagsunterricht! Dafür umso mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten wie z.B. Kochen mit Herrn Fries, um dann die „Gefillde Klees“ beim Klettern mit Herrn Daun und Herrn Höltz wieder abzutrainieren. Das erfolgreiche Zubereiten der regionalen kulinarischen Spezialitäten sowie die gelungene Sicherung an der Kletterwand dürften wohl die Frage nach Kommunikationshürden beantworten: die Verständigung hat funktioniert.

Sehr gut umsorgt und aufgehoben waren die Schüler auch in ihren Gastfamilien. Umso schwerer fiel der Abschied am Freitag, den 26.02.2016. Doch es gab bereits ein Ziel: der Gegenbesuch in Fontaine an Pfingsten.

Und kaum versahen wir uns, war es auch schon so weit: Am 11.05.2016 ging es mit dem Zug zum Schüleraustausch nach Fontaine zu einem freudigen Wiedersehen. Das hieß dann zunächst einmal ganztägiger Schulbesuch, 55-minütiger Unterricht, meist in Doppelstunden, aber auch gemeinsames Essen in der Mensa, bei dem man sich dann von der ungewohnt schnellen Redegeschwindigkeit der Franzosen etwas erholen konnte.

Französische Esskultur durften die deutschen Schüler auch in ihren Gastfamilien erleben. Bei dem viergängigen Abendessen im engen Familienkreis oder auch gemeinsam mit Freunden erfuhren sie die Wertschätzung unseres Austauschs sowie auch die Wertschätzung ihrer Person.

Den historisch-kulturellen Reichtum der Region Burgund konnten die Schüler auf Touren durch Fontaine, Dijon und Beaune erkunden. Vor allem eine Erkenntnis werden wir nicht vergessen: Die berühmte Eule von Dijon unbedingt mit der linken Hand zu streicheln und nur nachdem man von links her kommend auf sie zugelaufen ist!

Anders als zuvor in Kirn, verbrachten die Schüler nun ein ganzes Wochenende in ihren Gastfamilien, wodurch sie das Familienleben „echter Franzosen“ fernab von Schule und sonstigen Verpflichtungen miterleben konnten.

Am Pfingstmontag waren wir Gäste bei der Feier zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft im Centre Saint-Jacques, der Stadthalle von Fontaine. Der Schüleraustausch des Schuljahres 2015/2016, der im Kirner Rathaus eröffnet wurde, fand nun in Fontaine seinen festlichen Abschluss mit Dankesworten des Fontainer Bürgermeisters, M. Chapuis.

Mit Tüten voll Senf und Gewürzbrot ausgestattet, hieß es anschließend wieder Abschied nehmen. „Wir wollen im nächsten Jahr wiederkommen!“, „Ihr fehlt mir schon jetzt!“ und auch „Mein französischer Gastbruder ist ja genauso wie mein eigener!“ – Sätze, die zeigen, wie sehr man sich doch gegenseitig ans Herz gewachsen ist und dass man durchaus Gemeinsamkeiten mit den Franzosen finden kann.

Die Schüler und Lehrerinnen sind sich einig: Wir haben viel gelernt und nächstes Jahr wollen wir den Austausch wiederholen. Was für ein schöner Beginn einer deutsch-französischen Freundschaft.

 

Stephanie Boiselle, Mai 2016